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kültür gemma

Förderung von migrantischer Kulturproduktion

kültür gemma! ist ein Projekt zur Förderung der Stadtkultur in Wien und von migrantischer Kunst- und Kulturproduktion. Im Kern steht eine Ausschreibung von 4 Arbeitsstipendien für migrantische Kulturproduzent_innen. Ziel ist es, erstens die Arbeit von Migrant_innen am kulturellen Feld als Selbstverständlichkeit zu etablieren und zweitens eine Umverteilung von Mitteln und eine Erweiterung von Möglichkeiten zu initiieren, die dazu notwendig ist.

Wie aktuelle Untersuchungen* zeigen, sind Migrant_innen auch im kulturellen Feld mit strukturellen und systematischen Benachteiligungen konfrontiert, die das Projekt ernst nimmt und gegen die es sich richtet.

kültür gemma! möchte sich aktiv einsetzen, hier Möglichkeiten zum Einstieg und zur Etablierung zu schaffen und die Sichtbarkeit und Unabhängigkeit migrantischer Kulturarbeit zu erweitern. Gegenüber den unter dem Motto von “Diversity” gerade auch in Kunst und Kultur praktizierten Politiken der Vereinnahmung und Verwertung von migrantischem “Kapital” bleiben wir gleichzeitig kritisch.

Vier Arbeitsstipendien für ein Jahr

Für die einjährigen Arbeitsstipendien können sich Kandidat_innen aus allen Bereichen von Kunst und Kultur mit einem konkreten Arbeitsvorhaben bei der aktuellen Ausschreibung bewerben. Die Ausschreibung richtet sich an junge Kulturproduzent_innen, die sich selbst als migrantisch, Schwarz, Person of Color, definieren, ohne Vorgaben zu den Herkunftsländern, Nationalitäten oder ähnliches. kültür gemma! versteht Migrant_in als politischen Begriff und als Selbstbezeichnung eines “oppositionellen Standorts” innerhalb einer Mehrheitsgesellschaft.

Präsentation der Arbeiten und Konzepte

Eine 7-köpfige Jury aus verschiedenen Bereichen des kulturellen Feldes wird aus den Kandidat_innen die vier Stipendiat_innen auswählen, die dann ein Jahr lang 1000 Euro pro Monat zur Verfügung haben, um ihr eingereichtes Projekt zu realisieren. Von dem Projekt sollen neben den 4 Stipendiat_innen auch die Bewerber_innen profitieren, deren Konzepte auf der Website publiziert werden. Am Ende des Stipendienjahres werden die entstandenen Arbeiten in einer gemeinsamen Veranstaltung vorgestellt werden. Es wird keine der Repräsentation (allein) dienende Veranstaltung sein, sondern ein produktives Format, das mit Stipendiat_innen und Bewerber_innen gemeinsam erarbeitet wird.

* Vgl. Kunst, Kultur und Theater für Alle! Impulse für eine transkulturelle Theateroffensive. Studie zu Perspektiven der Kunst- und Kulturpolitik Wien 2010 – 2015 mit besonderem Fokus auf Migrationsrealität http://www.iodo.at/studie.htm

Die Community von kültüř gemma! wird immer grösser und wir sind glücklich die Stipendiat_innen der 4. Edition 2015 zu gratulieren!

Nach einem langen und sehr intensiven Entscheidungsprozess hat sich die Jury, gebildet von Ascan Breuer(Filmemacher), Cagri Dogan(Schauspieler und Regisseur), Ruth Sonderegger(Philosophin), Sedjroh Mensah(Kulturarbeiter), Todor Ovcharov(Journalist) und Vida Bakondy(Historikerin) für die folgende Kandidat_innen entschieden:

Cana Bilir-Meier

Marcelo Chaparro

Syed Muhammed Mustafa und

Yusimi Moya Rodriguez.

(kurze Biographien der Stipendiat_innen und Informationen zu ihren Vorhaben finden Sie unter Stipendiat_innen!)

Die Anzahl der Bewerbungen und ihrer Qualität sehen wir als Bestätigung der Notwendigkeit unserer Arbeit und der Notwendigkeit zur Förderung von Kunst- und Kulturproduktion von Migrant_innen in der österreichischen Kulturlandschaft. Bereit zum 4 mal erleben und erfahren wir, zusammen mit der jeweiligen Jury, wie steinig und sogar unüberbrückbar der Weg von Migrant_innen als Kulturproduzent_innen im Kontext Österreich ist. Die Mittel sind begrenzt, die Interesse und Elan aber gross! Um so mehr freuten wir uns auf jeder Bewerbung!

Für das Engagement und den ununterbrochenen Einsatz der Jury, die unter eingeschränkten Ressourcen (finanzielle und zeitliche v.a.!) möchten wir uns bei Ihnen bedanken! Und zum Schluss, ein grosses „Danke schön!“ an allen Bewerber_innen, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre!

Ausschreibung Stipendium von kültüř gemma! 2015

kültüř gemma! ist ein Projekt zur Förderung der Stadtkultur in Wien und von migran- tischer Kunst- und Kulturproduktion. Ziel ist es, erstens die Arbeit von Migrant_innen am kulturellen Feld als Selbstverständlichkeit einer Zuwanderungsstadt zu etablieren und zweitens eine Umverteilung von Mitteln und eine Erweiterung von Möglichkeiten zu initiieren, die dazu notwendig ist. Da strukturelle Benachteilung von Migrant_innen deutlich ist und die gleichberechtigte Teilhabe auch im Bereich der Kultur noch nicht selbstverständlich ist, möchte das Projekt sich aktiv einsetzen, hier Möglichkeiten zum Einstieg und zur Etablierung zu schaffen und die Sichtbarkeit und Unabhängigkeit migrantischer Kulturarbeit zu erweitern.

Für das Jahr 2015 vergibt kültüř gemma! dazu zum vierten Mal 4 Arbeitsstipendien an migantische Kulturproduzent_innen aller Sparten. kültür gemma! versteht Migrant_in dabei als politischen Begriff und als Selbstbezeichnung eines “oppositionellen Stan- dorts” innerhalb einer Mehrheitsgesellschaft. Migrant_innen sind mit strukturellen und systematischen Benachteiligungen konfrontiert, die das Projekt ernst nimmt und gegen die es sich richtet.

WAS WIRD VERGEBEN?

Vergeben werden von der Stadt Wien 4 Arbeitsstipendien für ein Jahr, die mit monatlich 1.000 Euro dotiert sind. In diesem Zeitraum soll einerseits das eingereichte Vorhaben umgesetzt werden und andererseits der Einstieg in und die Vernetzung im kulturellen Feld unterstützt werden.

WER KANN SICH BEWERBEN? UND MIT WELCHEM VORHABEN?

Eingeladen sind in Wien lebende Kulturschaffende, die sich selbst als migrantisch definie- ren und dadurch auch am kulturellen Feld nicht mit den Privilegien der Mehrheit rechnen können. Nachdem Chancenungleichheit ein wichtiges Motiv von kültür gemma! ist, richtet sich die Ausschreibung weniger an jene, die ihren Weg oder ihren Platz im kulturellen Bereich ökonomisch wie symbolisch bereits gefunden haben. Diese können ein Projektvorhaben einreichen, das sich mit aktuellen gesellschaftspoli- tischen Fragestellungen jeder Art beschäftigt. Gefragt sind dabei Projekte, die Wien und die Welt, das Lokale und das Internationale oder das Aktuelle und das Historische verbinden. Es gibt keine spezifische thematische Vorgabe oder Einschränkung.

In Frage kommen Projekte aus allen Bereichen von Kunst und Kultur, auch Arbeiten, die sich in den Grenzbereichen von Kunst und Kultur bewegen und nicht unbedingt die Form eines klassischen Produktes bekommen. Das heißt beispielsweise ein Gedichtband kommt prinzipiell genauso in Frage wie eine temporäre Intervention auf der Strasse, ein Musical wie eine virtuelle Aktion mit social media, ein Super-8-Film wie eine Modeschau.

WAS IST EINZUREICHEN UND BIS WANN?

Interessierte reichen bis 27. Januar ein maximal 2-seitiges Konzept ein, in dem ihr – noch nicht realisiertes und bei kültür noch nicht eingereichtets – Arbeitsvorhaben konkret beschrieben wird. Alternativ dazu ist es auch möglich, das Konzept audiovisuell in einem Video/Audiofile zu beschreiben (max. 5 Minuten). Dazu können noch maximal 3 Bilder, Skizzen, Audio-Dateien etc. beigelegt werden. Außerdem ist eine maximal 1-seitige Biografie einzusenden, die es erlaubt, sich über die bisherige Arbeit im kulturellen Bereich ein Bild zu machen (gefragt ist hier nicht der klassische Lebenslauf, sondern eine Beschreibung im selbstgewählten Format). Konzept und Biografie sind möglichst in Englisch oder Deutsch einzureichen; bei Bedarf wird eine Übersetzung aus anderen Sprachen ermöglicht. Es sind also alle Sprachen willkommen.

WIE WIRD AUSGEWÄHLT?

Eine Jury von in verschiedenen Bereichen des kulturellen Feldes bereits etablierten Expert_innen wird die vier Stipendiat_innen auswählen. Die Jury wird mit einer Voraus- wahl von Kandidat_innen ein persönliches Gespräch führen und dann ihre Entscheidung für die vier Stipendiat_innen treffen.

WAS MACHEN DIE STIPENDIAT_INNEN?

Die 4 Stipendiat_innen werden in 12 Monaten ihr geplantes Arbeitsvorhaben umsetzen und dabei von kültüř gemma! begleitet und unterstützt. Nach einer Zwischenpräsentation werden die Arbeiten am Ende in einer öffentlichen Veranstaltung, an der auch alle Bewerber_innen teilnehmen, vorgestellt.

Einreichung bis 27.Januar per E-mail an:

einreichung@kueltuergemma.at

Mehr Information unter www.kueltuergemma.at

Ausschreibung Fellowship von kültüř gemma! 2015

kültüř gemma! FELLOWSHIPS

Für das Jahr 2015 vergibt kültüř gemma! dazu zum zweiten Mal 3 Fellowships für mi- grantische Künstler_innen und Kulturarbeiter_innen an Institutionen ihrer Wahl in Wien. Die kritische Beschäftigung mit der Kulturinstitution selbst, ihren Traditionen, Praktiken und Politiken ist ein wichtiger Teil des Engagements – mit dem Ziel, dadurch das kul- turelle Feld aus migrantischer Perspektive zu erweitern und verändern. Mit dem Fellow- ship sollen für diese Recherche und Reflexion produktive Formate erprobt werden.

WAS WIRD VERGEBEN?

Vergeben werden von der Stadt Wien 3 Fellowships für eine Zeitraum von 7 Monaten, die mit monatlich 1.000 Euro dotiert sind. In diesem Zeitraum arbeiten die Fellows in dem gewünschten Bereich und/oder an einem bestimmten Projekt mit. Und setzen darüber hinaus mit der Institution auseinander und finden dafür eine dialogische Form.

WER KANN SICH BEWERBEN? UND MIT WELCHEN VORAUSSETZUNGEN?

kültüř gemma! sucht Kandidat_innen, die eine bestimmte Institution im Blick haben, an der sie für 7 Monate arbeiten möchten. Sie bringen die Qualifikationen und die Motivation mit, sich intensiv mit der Institution zu beschäftigen und ihre Überlegungen und Emp- fehlungen öffentlich zu machen. Eingeladen sind in Wien lebende Kulturschaffende, die sich selbst als migrantisch definie- ren und dadurch auch am kulturellen Feld nicht mit den Privilegien der Mehrheit rechnen können. Nachdem Chancenungleichheit ein wichtiges Motiv von kültüř gemma! ist, rich- tet sich die Ausschreibung weniger an jene, die ihren Weg oder ihren Platz im kulturellen Bereich ökonomisch wie symbolisch bereits gefunden haben.

WAS IST EINZUREICHEN UND BIS WANN?

Aus der Bewerbung erfahren wir, wo Sie arbeiten möchten, welche Interessen und Erfah- rungen Sie mitbringen, welche Fragestellungen Sie interessieren und welche Formatideen Sie für Ihre Recherche und Reflexion haben. Interessierte reichen bis 27. Januar ein Motivationsschreiben ein, aus dem die Beweg- gründe für Ihre Bewerbung und die Wahl der Institution klar hervorgehen. (max. 1 Seite) Weiters reichen Sie ein maximal 2-seitiges Konzept ein, in dem die Ideen und Vorschläge für die Recherche und Reflexion zu der gewählten Institution beschrieben sind. (max. 2 Seiten) Die Unterlagen sind möglichst in Englisch oder Deutsch einzureichen; bei Bedarf wird aber eine Übersetzung aus anderen Sprachen ermöglicht. Alle Sprachen sind also willkommen.

WIE WIRD AUSGEWÄHLT?

Die Fellows werden vom Leitungsteam von kültüř gemma! mit Vertreter_innen der gewählten Wiener Kulturinstitutionen ausgewählt.

WAS MACHEN DIE FELLOWS?

Die 3 Fellows werden 7 Monate lang in dem gewählten Bereich arbeiten, die geplante Recherche und Reflexion durchführen und dabei von kültüř gemma! begleitet und unter- stützt. Die Erfahrungen und Ergebnisse werden am Ende in einer öffentlichen Veranstal- tung vorgestellt und zudem in einem Manual veröffentlicht.

Einreichung bis 27. Januar per E-mail an:

fellowship@kueltuergemma.at

Performative Präsentation "2. Edition" 17. Januar 2015

Nachdem es sich vorwiegend um Arbeiten darstellender Kunst (im weitesten Sinn) handelt, haben wir uns für ein Format und einen Raum entschieden, der dem auch gerecht wird. In enger Zusammenarbeit mit den 4 Stipdendiat_innen, der Musikerin Jelena Poprzan, dem Schriftsteller Srdjan Knesevic, der Künstlerin, Kuratorin und Theoretikerin Ivana Marjanovic sowie dem Videokünstler Yassine Zaitaar wird ein Programm erarbeitet, zu dem auch andere Künstler_innen, sowie auch andere Stipdendiat_innen von kültüř gemma! eingeladen werden.

Detaillierte Informationen finden Sie unter AKTUELLES und auf Facebook.

Die Jury hat aus der Auswahl an Bewerber_innen auch die drei Kandidat_innen für die Fellowships von kültüř gemma! vorgeschlagen. Für die Fellowships ausgewählt wurden Fellows, die beide sehr konkrete Projekte im Rahmen ihres kültüř gemma! -Fellowships realisieren werden. Im Prozess der Realisierung ihrer Vorhaben, unterstützt von kültüř gemma! werden beide Fellows sich eine weitere Qualifizierung im kulturellen Feld in vielen Arbeitsbereichen erwerben, mit Sicherheit ihre Positionierung verbessern und hoffentlich längerfristige Perspektiven schaffen. Sie werden sich beide zudem intensiv mit den gewählten Institutionen befassen, Fragen zum Thema Migration und Kunstfeld aus institutioneller Perspektive kritisch diskutieren und somit zu einer institutionellen Öffnung des Wiener Kulturlebens beitragen.

Sasa Barbul

Sasa Barbul *1981 Zabalj / Serbien

Schauspieler, Regisseur 2001: Drehbuch und Regie für das Theaterstück „Roma einst und heute“, Zabalj, Serbien. 2011: Darsteller in „72 Stunden Romapalast“ Garage X, Regie: Sebastian Fust, „Die Botschaft von Astoria“, Regie: Sandra Selimovic, „Die Irre von Chaio“, Regie: Manfred Mihaljke. 2013: Dok.film „Roma Boulevard“ im Rahmen der Austellung „To Ones Name“; Darsteller im Film „Bad Fuking“ von Herald Sicheritz. 2014: Darsteller in „Das ewige Leben“ von Wolfgang Murnberger und in der Serie „Vier Frauen und ein Todesfall“; Dok.film „ČURUšKO VAšARIšTE“ mit Philomena Grassl. Seit 2013: Mitglied der Internacional Romani Film Commission. Im Rahmen des Fellowship-Programms von kültüř gemma! organisiert Sasa Barbu in Zusammenarbeit mit dem Stadtkino das erste Roma Filmfestival in Wien.

Sasa Barbul hat für sein Fellowship ein sehr konkretes Projekt, möchte eine Filmreihe mit aktuellen Produktionen zum Themenfeld Roma realisieren. Idealerweise findet die Filmreihe zwischen Februar und Mai 2015, zur gleichen Zeit wie die thematisch passende Ausstellung im Wien Museum, im Stadtkino statt.

Erin Clifford

Erin Clifford

Erinmwionghae A. Clifford *1980 Benin Stadt / Nigeria Fotograf und Aktivist. Lebt seit 2004 in Wien und ist hauptsächlich engagiert in kultureller Promotion und politischer Intervention rundum die Verbesserung der Rechte und Lebensumstände von AsylwerberInnen. Er schrieb mit an dem Buch „Bleibeführer_In Wien“ und arbeitete an weiteren Artikeln, Diskussionen und Interviews zu diesem Thema. Als Fellow von kültüř gemma! zielt sein Projekt darauf ab, eine Anti-Charity-Werbung anzuregen, da Werbung auf bewußter wie unbewußter Ebene manipuliert; sie verläuft zu 180° Grad entgegengesetzt dem, was Gesellschaft ausmacht. Das Projekt besteht aus geschriebenen und gesprochenen Worten, Bildern, politisch motivierter kultureller Musik und Aktivismus. Es schlägt eine sanfte Verbesserung vor, wie der Mantel des Hasses aus dem Kunstsektor heruntergerissen werden kann.

http://bleibefuehrerinwien.blogspot.co.at/p/about.html

http://kellerabteil.soup.io/post/290589100/Asylwerber-am-Wort-Wie-es-uns-so

https://www.youtube.com/watch?v=r3ok_C3aKT8

Im Rahmen seines Fellowships bei kültüř gemma! möchte sich Erin Clifford mit dem nicht unkomplizierten Verhältnis von Flucht, Asyl und Kunstfeld beschäftigen, besonders auch aus einer Schwarzen Perspektive. In Zusammenarbeit mit Marissa Lôbo, Leiterin von kültür gemma und selber seit Jahren als Künstlerin, Aktivistin und Theoretikerin in dem Themenfeld aktiv, wird eine Auseinandersetzung in Form von Diskussionen, Workshops und auch darstellenden bzw. bildnerischen Formaten entstehen.Darüber hinaus sollte ein Kunstvermittlungsprogramm aus Schwarzer und Refugees Perspektive für museale und Ausstellungsräume entstehen.

Wir freuen uns, engagierte Vertreter_innen aus verschiedenen Bereichen des kulturellen Feldes dabei zu haben.

Hier die Vertreter_innen der Jury für die 4. Ausgabe von kültüř gemma! 2015:

Ascan Breuer/Filmemacher

Cagri Dogan/Schauspieler und Regisseur

Ruth Sonderegger/Philosophin

Sedjroh Mensah/Kulturarbeiter

Todor Ovcharov/Journalist

Vida Bakondy/ Historikerin

Kontakt

kültür gemma!
Stadtkulturförderung

Blechturmgasse 12/11a
A-1040 Wien
Österreich

0043 1 208 33 82
00 43 650 5550250
office@kueltuergemma.at
www.kueltuergemma.at

Impressum

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz:

Medieninhaber
oca collaborative research
Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung (ZVR 556030873)

Blechturmgasse 12/11a
A-1040 Wien
Österreich

Grundlegende Richtung
Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt die Förderung von transdisziplinärer und translokaler Forschung an der Schnittstelle von Kunst, Migration und Wissenschaft. Der Verein beabsichtigt durch seine Fragestellungen, Methoden und Vorhaben Alternativen zu entwerfen zu jenen disziplinären Trennungen und Verwerfungen, die zu einer notorischen Delegitimierung migrantischer oder auch nicht-akademischer Positionen und Praktiken führen.

Haftungsausschluss und Copyright
(außer im Beitrag anders gekennzeichnet)

Disclaimer
Some rights reserved

Gefördert aus Mitteln der Stadt Wien

Die Stipendiat_innen der 4.Edition von kültüř gemma! sind:

Cana Bilir-Meier

Cana Bilir-Meier

Copy Right: Cana Bilir-Meier

Cana Bilir-Meier, *1986 München, lebt seit 2009 in Wien. Abgeschlossenes Studium der Kunstpädagogik und derzeit inskribiert in den Klassen für Video/Videoinstallation und Kunst/Digitale Medien, an der Akademie der bildenden Künste, Wien.

2013 realisierte sie den Kurzfilm ‚Semra Ertan’, der International auf Festivals gezeigt wurde, u.a. Kurzfilmtage Oberhausen, L’Alternativa Barcelona und Kassel DokFest. Ihre künstlerischen und politischen Auseinandersetzungen fokussieren das Spannungsfeld kritischer Repräsentationen von Migration, Biographie_n, Archive und Politiken der Erinnerung_en. In ihren filmischen, künstlerischen und textbasierten Arbeiten setzt sie bewusst Strategien des Fragmentarischen und Unvollständigen ein, um Konstruktion_en von Biographie_n und Geschichte_n offenzulegen.

Das Konzept

Das persönliche Erinnerungsarchiv von Gani Bilir wird zum Ausgangspunkt meiner Recherche und künstlerischen Arbeit des Stipendienjahrs. Gani Bilir, geboren 1920 in Mersin/Tükei, emigrierte in den 1960er Jahren nach Deutschland im Zuge der sog. „Gastarbeiter_innenära“. Ich dekonstruiere festgeschriebene Sehgewohnheiten in Bezug auf Repräsentation von Migration und Archiv mittels einer assoziativen, performativen und poetischen Herangehensweise. Der Rechercheprozess ist Inhalt meiner darstellenden Form.

Wie kann eine Auseinandersetzung mit dem noch nie veröffentlichten Archiv von Gani Bilir auf einer künstlerischen und politischen Ebene stattfinden? Welche Machtproblematiken beinhalten Archive? Wie können visuelle Formate neu geschrieben werden, um nicht in eine illustrative Realitätswiedergabe zu verfallen? Ich möchte eine künstlerische Auseinandersetzung entwickeln welche den Rechercheprozess fragmentarisch und diskursiv widerspiegeln kann. Dabei bin ich auf der Suche nach assoziativen, performativen und poetischen Ausdrucksformen, um Sehgewohnheiten und Bildpraxen in Frage zu stellen.

Marcelo Chaparro

Marcelo Chaparro

Copy Right: Marcelo Chaparro

Marcelo Chaparro, geb. 1968 in Diamante/Argentinien. Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur. Lebt seit 2010 in Wien.

Von 1990 bis 1995 absolvierte er in Buenos Aires eine Schauspielausbildung und Dramaturgiekurse. Von 1996 bis 2010 war er als Schauspieler in argentinischen und internationalen Fernseh-, Film- und Theaterproduktionen (z.B.: mit den Regisseuren Marco Bechis, Hector Babenco, Tristán Bauer, Emanuelle Crialese und Ricardo Bartis) tätig sowie als Regisseur bei unabhängigen Theaterprojekten in Buenos Aires. 2004 drehte er seinen Kurzfilm “Muñeco”, der an Filmfestivals in Argentinien, Peru, Kanada, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz teilnahm. Außerdem arbeitete er als Professor für Schauspiel an verschiedenen Filmschulen in Buenos Aires.

Seit 2010 wirkte er als Co-Drehbuchautor bei argentinischen und europäischen Filmprojekten mit. Im Jahr 2013 gründete er “Puro teatro – Viena” ein Projekt für interkulturelles Schauspieltraining und Theater.

Das Konzept

Im Rahmen des Stipendiums von „kültür gemma“ wird er ein Theaterstück über die Konflikte und Spannungen bei der Integration und Inklusion von Migranten im Arbeitsmarkt schreiben.

Syed Muhammed Mustafa

Syed Muhammed Mustafa

Copy Right: Syed Muhammed Mustafa

Mein Name ist Syed Muhammed Mustafa. Ich bin 1992 im Bezirk Kurram in Pakistan geboren. Meinen Schulabschluss machte ich mit 16 Jahren an der Alizai Schule in Parachinar. Im Anschluss daran eröffnete ich ein Fotostudio, das 2008 von den Taliban bei einem Angriff komplett zerstört wurde.

Das Dorf, in dem ich mein ganzes Leben verbracht hatte, wurde hauptsächlich von Familienmitgliedern der schiitischen Minderheit bewohnt. 2011 flüchtete ich von den täglichen Kämpfen und dem Terror in der zerstörten Region zwischen Pakistan und Afghanistan und kam schließlich nach Österreich. Nach der Ablehnung des Asylantrages in erster Instanz, schloss ich mich dem Refugee Protest Movement Vienna an und begann diesen mit meiner Foto- und Filmkamera zu dokumentieren. Mittlerweise hatte ich zwei Ausstellungen in Wien: 2013 eine Fotoausstellung im Museumsquartier im Rahmen der Wiener Festwochen und 2014 eine Ausstellung in der Aula der Akademie der Bildenden Künste Wien. Ich arbeite auch an einem Dokumentarfilm über den Refugee Protest als Protagonist und Fotograf mit.

Yusimi Moya Rodriguez

Yusimi Moya Rodriguez

Copy Right: Yusimi Moya Rodriguez

Yusimi Moya Rodriguez (*1987) studierte zeitgenössischen Tanz auf der Kunsthochschule (Escuela Nacional de Artes) in Havanna, Kuba. Nach dem Diplom als „Bailarina y Profesora de Danza Moderna y Folklorica“ arbeitete sie im Conjunto Folklorico Nacional de Cuba, dem berühmten staatlichen Folkloreballett, das sich seit der Revolution speziell dem afrokubanischen Erbe der Insel widmet. Später wurde sie Solotänzerin der Tanzkompanie Ebony, wo eine Mischung aus Ballett, Modern Dance und afrokaribischen Tänzen die Grundlage für den typisch kubanischen zeitgenössischen Ausdruck bildeten. Sie arbeitete mit Choreographen wie Osnel Delgado (Mal Paso), Alberto Mendez (Ballet Nacional) oder Isidro Rolando Thondike (Danza Contemporanea).

Das Konzept

Während ihres Stipendiums von Kültürgemma wird Yusimi Moya Rodriguez ein zeitgenössisches Tanzstück mit dem Titel „Reset“ entwickeln, das im Frühjahr 2016 seine Premiere in Wien haben wird. Sie erforscht die Herkunft des kubanischen zeitgenössischen Tanzvokabulars, das Elemente aus unterschiedlichen Kulturen und Traditionen enthält, und politisch instrumentalisiert wurde. Sie stellt es in Zusammenarbeit mit TänzerInnen aus Wien der europäischen Erfahrung gegenüber. Wissen, das in der Bewegung des Tanzkörpers steckt, wird auf der Bühne extrahiert und neu geordnet. Es wird anschaulich, wie durch die Migration von Ideen und Kulturen das eigene Erleben und die eigene Identität definiert wird.

http://www.cubancontemporary.com

Die Stipendiat_innen der 3 Edition von kültüř gemma! wurden von der Jury, die aus Vina Yun (Journalistin), Tania Araujo (Mitbegründerin von Verein maiz), Murat Ates (Philosoph), Anne Wiederhold (Künstlerische Leitung/Brunnenpassage), Mara Mattuschka (Filmemacherin und Künstlerin), Roberta Lima (Künstlerin und Lehrende an der Akademie der Bildendende Künste Wien) sowie Jennifer Ndji Iroh (Vertreterin von kültüř gemma!) bestand, im 2014 ausgewählt. Ihre Stipendiumszeit dauert noch bis Ende Juni 2015. Im Herbst 2015 wird die Gruppe ihre eigene Ausstellung mit den entstandenen während der Stipendiumszeit Arbeiten zeigen. Stay tune!

Das Duo Amoako Boafo & Sunanda Mesquita

Amoako Boafo

Copy Right: Amoako Boafo

Amoako Boafo wurde 1984 in Accra, Ghana geboren und lebt seit 2013 in Wien. Derzeit studiert er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Er hat an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen, u. a. im Dubois Center, British Council, Novotel, dem National Museum in Accra, der Fortuna Galerie und im “das Moped” in Wien, teilgenommen. Durch die Verbindung von Malerei und Collage Techniken, lässt Boafo Elemente seines Alltags in seine Arbeiten einfliessen, die inspiriert werden durch ineinander verwobenen soziale und politische Elemente von Accra und seines neuen Zuhauses - Wien.Zur Zeit arbeitet er an einer Porträtserie die einen Einblick in persönliche Erfahrungen und Anstrengungen ermöglicht, die aus der Konfrontation mit der europäischen Bürokratie erwachsen. Gleichzeitig jedoch wird zur selben Zeit der Widerstand gegen rassistische Strukturen sichtbar.

Sunanda Mesquita wurde 1985 in Wien, Österreich geboren. Sie studiert derzeit am Künstlerischen Lehramt der Akademie der Bildenden Künste Wien. Inspiriert durch DuBois´s Konzept der „Double- Consciousness“ beschäftigt sie sich mit, Themen wie Staatsbuergerschaft, Zugehörigkeit und Heimat. Als Teil ihrer künstlerischen Praxis organisiert sie Workshops in Kindergärten, Schulen und Universitäten mit Fokus auf kritische Auseinandersetzungen mit epistemischer Gewalt in Wissensproduktionen und Geschichtsvermittlung. Zudem kuratiert sie Ausstellungen und Workshops mit zeitgenössischen Künstler*innen in Wien, London und Accra.

Beide sehen Kollektivität als wichtigen Teil ihres künstlerischen Schaffens.

Njideka

Njideka S. Iroh

Credits: Robert Nikon

Poetin, Künstlerin und Aktivistin.

Mit Poetry und Spoken Word stellt Njideka ihre mehrsprachigen Gedichte in einer Verflechtung aus Rhythmik und Reim dar und bewegt sich darüber hinaus in den Bereichen Rap und Gesang.

Wichtig ist für die Künstlerin der Aspekt des „Storytelling“ und die damit verbundene Zugänglichkeit von Wissen. Für sie bedeutet dies das Teilen von Geschichte/n in mehreren Sprachen, in einem Biegen und Wenden von Sprache, in einem Austausch und Dialog oder Monolog und in einer Vermittlung, die oftmals das geschriebene Wort als Ausgangspunkt hat, aber nach anderen Wegen des Mitteilens sucht.

Seit 2010 arbeitet sie mit Künstler*innen, Aktivist*innen und Autor*innen aus verschiedenen Bereichen und Ländern zusammen und veranstaltet Poetry- und Musikevents in Wien.

Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Jugendarbeit und Bildung mit Fokus auf Sprache, Machtverhältnisse, Dekolonisierung und Empowerment. Ihre politische Arbeit ist Teil von PAMOJA - Die Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich, sowie in der Zusammenarbeit mit anderen Schwarzen und migrantischen Selbstorganisationen.

Stephanie Misa

Stephanie Misa

Copy Right: Stephanie Misa

* 1979 Cebu City / Philippinen Lebt und arbeitet in Wien, wo sie 2012 an der Akademie der Bildenden Künste diplomierte. Identitätsfragen sind zentral in den Installationen der Künstlerin und gehen hinaus über die Auseinandersetzung mit dem pernönlichen kulturellen Hintergrund. Ethnografische Methoden kombiniert mit künstlerischer Recherche ermöglichen den Arbeiten der Künstlerin historische Authentizität, Hybridität, Verkörperung und die Auseinandersetzung mit Erfahrungen von ImmigrantInnen zu untersuchen.

Im Rahmen von kültüř gemma! arbeitet sie an dem Projekt The Unwritten Word. Der Fokus liegt auf einer Auseinandersetzung mit der “bastard tongue”, einer Art des Sprechens, die als “gebrochene Form” einer Referenzsprache gilt, welche auch Pidgin, Creole oder dialektale Variante genannt wird.

Diese Art des Sprechens trifft vorwiegend auf geringe Wertschätzung, wird sie doch oftmals als eine Markierung der “Unassimilierten”, der Anderen und der Nicht-Eingebürgerten gesehen anstelle einer Hinterfragung der Konstruktion der Sprache selbst.

Es ist diese Form der “gemischten” Sprache, die auf die Diversität ihrer Sprechenden hinweist, die eine Form des Sprachgebrauchs geschaffen haben, die die zeitgemäßen Anliegen ihrer Benutzenden beiinhaltet. Ihre gesprochene Form hat diesem “Zwischenstadium der Zugehörigkeit” sowohl Repräsentation, als auch Stimme verliehen (zwischen dem Sein als ImmigrantIn, dem als StaatsangehörigeR und anderen Stadien der Integration). Die Dringlichkeit dieser Sprachform liegt in ihrer Performativität, ihrem Gebrauch und vor allem in ihrer Fähigkeit sich mit der Generation ihrer Sprechenden zu entwickeln.

http://www.stephaniemisa.com

Das Duo Xhejlane Rexhepi & Dafina Sylejmani

Xhejlane Rexhepi Dafina Sylejmani

Fotos: Anna Paula Franco

Xhejlane Rexhepi lebt seit 2009 in Österreich. Seit 2011 ist sie Mitarbeiterin im Verein maiz und seit 2012 Studierende an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Sie koordiniert verschiedene Kunst- und Performance-Projekte; unter anderem beteiligte sie sich am Refugee Camp Protest Wien 2012, am Fest des Lachens 2013, dem Rebelodrom 2013, der QueerPerformace an der Akademie mit Natasha Mackuljak und begleitete die Teilnehemer_ innen von Mezzanin beim Verein maiz 2014. Dafina Sylejmani lebt seit 2003 in Österreich. 2009 bis 2011 absolvierte sie eine Lehre zur Einrichtungsberaterin. Seit 2010 macht sie Hip Hop, Rap und DJ/LJ-ing. 2013 lernte sie Videobearbeitungs- und Schnitttechnik bei der VSG-Produktionsschule Linz. Sie besuchte den Lehrgang Mezzanin bei maiz inklusive der Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung an der Akademie der Bildenden Künste Wien, wo sie erfolgreich aufgenommen wurde. Gemeinsam arbeitete das Duo an Projekten wie dem Mädchenprojekt- Club Europa 2012, der Performance Feminismus & Krawall 2013/14, der Dorf TV- Sendung „Genderpolitik auf Sendung“ und dem Mezza-versum Symposium 2014.

  • Galia Baeva

    Galia Baeva

    Projektleitung

    Galia Baeva studierte Kunstgeschichte, Kunstwissenschaften und Philosophie in Sofia, Wien, Florenz und anschließend in Linz. Seit 2006 ist sie als Projektleiterin in diversen Kulturprojekten und Initiativen tätig. Aktuell arbeitet sie als Projektleiterin an der Schnittstelle Kulturproduktion und politische Bildung in Verein maiz.

  • Marissa Lôbo

    Marissa Lôbo

    Projektleitung

    Marissa Lôbo, 1975 in Brasilien geboren, und studierte Geschichte in Bahia. Sie lebt seit elf Jahren in Europa. Nach Stationen in Italien und Portugal ist Marissa Lôbo seit sechs Jahren in Österreich. Sie ist Koordinatorin der Kulturabteilung des Vereins Maiz, einer Selbstorganisation von Migrant_innen, wo sie Projekte zwischen kultureller und politischer Bildung realisiert. Die Preisträgerin des Willemer Preises ist Aktivistin, die sich in der Schwarzen- und MigrantInnen-Bewegung engagiert und versucht programmatisch Politik, Bildung und Kunst zu verbinden. In diesem Zusammenhang entstanden verschiedene, oft performative Arbeiten. Seit 2008 studiert sie an der Akademie der bildenden Künste in Wien in der Klasse postkonzeptuelle Kunst.

  • Catrin Seefranz

    Catrin Seefranz

    Projektleitung

    Catrin Seefranz, lebt und arbeitet in Wien und mitunter Zürich. Sie ist Kulturwissenschaftlerin und Lateinamerikanistin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule der Künste, arbeitet an verschiedenen Projekten zwischen brasilianischem Modernismus und zeitgenössischem Kunstfeld. Die Projekte verbindet ein Interesse für gegenhegemoniale Praktiken im Kunstfeld, sowie eine kritische, historische und de-koloniale Perspektive auf aktuelle Paradigmen und Praxen wie künstlerische Forschung oder Vermittlung. Viele Jahre lang im Feld von Kunst und Kultur tätig, unter anderem als Leiterin der Kommunikation des Vienna International Film Festival Viennale oder der documenta 12.

  • Tchoubrinka Jekova

    Tchoubrinka Jekova

    Finanzkoordination

    Tchoubrinka Jekova, 1975 in Sofia, Bulgarien geboren, lebt und arbeitet in Wien. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien ist sie im Bereich Finanz, Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung tätig. Sie war Assistentin für Wirtschaftsprüfung bei der Examina Revisions-,Treuhand- und Beratungsges.m.b.H. und 2007-2009 Projektmitarbeiterin am Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht der WU Wien, dort auch für Buchhaltung und Finanzen zuständig. Seit 2001 ist sie Geschäftsführerin der Travel Express Reisebüro GmbH.

Gefördert aus den Mitteln der Stadt Wien, Kulturabteilung (MA 7)
www.wien.gv.at/kultur/abteilung/


Wien Kultur

Für die Verteilung unserer Ankündigungsmaterialien, danken wir http://www.peterfuchs-directmarketing.com


Die Erste Edition von kültüř gemma!

Das Stadtförderungsprogramm kültüř gemma! wurde Ende 2012 ins Leben gerufen. Die Stipendiat_innen der 1.Edition wurden im April 2013 von folgender Jury gewählt: die Redakteurin von Augustin Lisa BOLYOS, die Fotografin und Künstlerin Yasmina HADDAD, der Künstler und Kunstvermittler Ivan JURICA, die Theatermacherin Aslı KIŞLAL, die Regisseurin Nina KUSTURICA und die Musikerin Maja OSOJNIK. Von denen ausgewählten Stipendiat_innen - der Video- und Filmkünstler Chui Yong Jian, die Schriftstellerin Seda Tunc, die Filmmacherin Selma Doborac´ und die Fotografin Asoo Khanmohammadi wurden von Mai 2013 bis Mai 2014 gefördert. Ihre Endpräsentation fand im Mai 2014 statt.

Die 3. Ausschreibung von kültüř gemma! fand viel Resonanz, zumal auch, basierend auf den Erfahrungen der ersten beiden Ausschreibungen, die grösstmögliche Offenheit und "Barrierefreiheit" angestrebt wurde. Keine versteckten Hürden sollten der Einreichung überzeugender Konzepte entgegenstehen. Davon war auch die Jury der 3. Ausgabe überzeugt, die sich wieder sehr intensiv und sehr ernsthaft mit der Ausschreibung und dann Auswahl auseinandergesetzt hat. In der Jury für die 3. Auswahl an Stipendiat_innen waren Vina Yun (Journalistin für migrazine.at, malmoe, an.schläge), Tania Araujo (Mitbegründerin von Verein maiz (www.maiz.at), Murat Ates (Philosoph), Anne Wiederhold (Künstlerische Leitung Brunnenpassage), Mara Mattuschka (Filmemacherin und Künstlerin), Roberta Lima (Künstlerin und Lehrende an der Akademie der Bildendende Künste Wien) sowie Jennifer Ndji Iroh (Vertreterin von kültüř gemma!). In mehreren Runden und nach einer persönlichen Vorstellungsrunde mit den Finalist_innen wurden schließlich die 4 aktuellen Stipendiat_innen ausgewählt, eigentlich 6, weil 2 davon im Duo arbeiten:

Das Duo Amoako Boafo & Sunanda Mesquita

Amoako Boafo

Copy Right: Amoako Boafo

Amoako Boafo wurde 1984 in Accra, Ghana geboren und lebt seit 2013 in Wien. Derzeit studiert er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Er hat an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen, u. a. im Dubois Center, British Council, Novotel, dem National Museum in Accra, der Fortuna Galerie und im “das Moped” in Wien, teilgenommen. Durch die Verbindung von Malerei und Collage Techniken, lässt Boafo Elemente seines Alltags in seine Arbeiten einfliessen, die inspiriert werden durch ineinander verwobenen soziale und politische Elemente von Accra und seines neuen Zuhauses - Wien.Zur Zeit arbeitet er an einer Porträtserie die einen Einblick in persönliche Erfahrungen und Anstrengungen ermöglicht, die aus der Konfrontation mit der europäischen Bürokratie erwachsen. Gleichzeitig jedoch wird zur selben Zeit der Widerstand gegen rassistische Strukturen sichtbar.

Sunanda Mesquita wurde 1985 in Wien, Österreich geboren. Sie studiert derzeit am Künstlerischen Lehramt der Akademie der Bildenden Künste Wien. Inspiriert durch DuBois´s Konzept der „Double- Consciousness“ beschäftigt sie sich mit, Themen wie Staatsbuergerschaft, Zugehörigkeit und Heimat. Als Teil ihrer künstlerischen Praxis organisiert sie Workshops in Kindergärten, Schulen und Universitäten mit Fokus auf kritische Auseinandersetzungen mit epistemischer Gewalt in Wissensproduktionen und Geschichtsvermittlung. Zudem kuratiert sie Ausstellungen und Workshops mit zeitgenössischen Künstler*innen in Wien, London und Accra.

Beide sehen Kollektivität als wichtigen Teil ihres künstlerischen Schaffens.

Njideka

Njideka S. Iroh

Credits: Robert Nikon

Poetin, Künstlerin und Aktivistin.

Mit Poetry und Spoken Word stellt Njideka ihre mehrsprachigen Gedichte in einer Verflechtung aus Rhythmik und Reim dar und bewegt sich darüber hinaus in den Bereichen Rap und Gesang.

Wichtig ist für die Künstlerin der Aspekt des „Storytelling“ und die damit verbundene Zugänglichkeit von Wissen. Für sie bedeutet dies das Teilen von Geschichte/n in mehreren Sprachen, in einem Biegen und Wenden von Sprache, in einem Austausch und Dialog oder Monolog und in einer Vermittlung, die oftmals das geschriebene Wort als Ausgangspunkt hat, aber nach anderen Wegen des Mitteilens sucht.

Seit 2010 arbeitet sie mit Künstler*innen, Aktivist*innen und Autor*innen aus verschiedenen Bereichen und Ländern zusammen und veranstaltet Poetry- und Musikevents in Wien.

Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Jugendarbeit und Bildung mit Fokus auf Sprache, Machtverhältnisse, Dekolonisierung und Empowerment. Ihre politische Arbeit ist Teil von PAMOJA - Die Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich, sowie in der Zusammenarbeit mit anderen Schwarzen und migrantischen Selbstorganisationen.

Stephanie Misa

Stephanie Misa

Copy Right: Stephanie Misa

* 1979 Cebu City / Philippinen Lebt und arbeitet in Wien, wo sie 2012 an der Akademie der Bildenden Künste diplomierte. Identitätsfragen sind zentral in den Installationen der Künstlerin und gehen hinaus über die Auseinandersetzung mit dem pernönlichen kulturellen Hintergrund. Ethnografische Methoden kombiniert mit künstlerischer Recherche ermöglichen den Arbeiten der Künstlerin historische Authentizität, Hybridität, Verkörperung und die Auseinandersetzung mit Erfahrungen von ImmigrantInnen zu untersuchen.

Im Rahmen von kültüř gemma! arbeitet sie an dem Projekt The Unwritten Word. Der Fokus liegt auf einer Auseinandersetzung mit der “bastard tongue”, einer Art des Sprechens, die als “gebrochene Form” einer Referenzsprache gilt, welche auch Pidgin, Creole oder dialektale Variante genannt wird.

Diese Art des Sprechens trifft vorwiegend auf geringe Wertschätzung, wird sie doch oftmals als eine Markierung der “Unassimilierten”, der Anderen und der Nicht-Eingebürgerten gesehen anstelle einer Hinterfragung der Konstruktion der Sprache selbst.

Es ist diese Form der “gemischten” Sprache, die auf die Diversität ihrer Sprechenden hinweist, die eine Form des Sprachgebrauchs geschaffen haben, die die zeitgemäßen Anliegen ihrer Benutzenden beiinhaltet. Ihre gesprochene Form hat diesem “Zwischenstadium der Zugehörigkeit” sowohl Repräsentation, als auch Stimme verliehen (zwischen dem Sein als ImmigrantIn, dem als StaatsangehörigeR und anderen Stadien der Integration). Die Dringlichkeit dieser Sprachform liegt in ihrer Performativität, ihrem Gebrauch und vor allem in ihrer Fähigkeit sich mit der Generation ihrer Sprechenden zu entwickeln.

http://www.stephaniemisa.com

Das Duo Xhejlane Rexhepi & Dafina Sylejmani

Xhejlane Rexhepi Dafina Sylejmani

Fotos: Anna Paula Franco

Xhejlane Rexhepi lebt seit 2009 in Österreich. Seit 2011 ist sie Mitarbeiterin im Verein maiz und seit 2012 Studierende an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Sie koordiniert verschiedene Kunst- und Performance-Projekte; unter anderem beteiligte sie sich am Refugee Camp Protest Wien 2012, am Fest des Lachens 2013, dem Rebelodrom 2013, der QueerPerformace an der Akademie mit Natasha Mackuljak und begleitete die Teilnehemer_ innen von Mezzanin beim Verein maiz 2014. Dafina Sylejmani lebt seit 2003 in Österreich. 2009 bis 2011 absolvierte sie eine Lehre zur Einrichtungsberaterin. Seit 2010 macht sie Hip Hop, Rap und DJ/LJ-ing. 2013 lernte sie Videobearbeitungs- und Schnitttechnik bei der VSG-Produktionsschule Linz. Sie besuchte den Lehrgang Mezzanin bei maiz inklusive der Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung an der Akademie der Bildenden Künste Wien, wo sie erfolgreich aufgenommen wurde. Gemeinsam arbeitete das Duo an Projekten wie dem Mädchenprojekt- Club Europa 2012, der Performance Feminismus & Krawall 2013/14, der Dorf TV- Sendung „Genderpolitik auf Sendung“ und dem Mezza-versum Symposium 2014.

Aus der zweiten Ausgabe von kültüř gemma! wurden folgende Stipendiat_innen gewählt:

Yassine Zaaitar

*1984 Safi/Marokko

Fußballspieler, kleiner marokkanisch-arabischer Künstler und werdender Bürger dieses Landes. Er arbeitet derzeit an einem Filmprojekt mit dem Titel „Das große Gefängnis".

Mitarbeit bei Fight Rap Camp (Texterarbeitung und Rap für den Song "Schmelzende Zellen") für den FM4 Songcontest 2014.

http://vimeo.com/86769942

http://transversal.at/transversal/1014

Jelena Popržan:

* 1981 Novi Sad / Serbien

Bratschistin, Sängerin, Performerin, Komponistin. Master of Arts Abschluss 2011 an der Kunstuniversität Graz/Oberschützen. Seit 2009 österreichweit und international mit eigenen Projekten als Bühnenkünstlerin aktiv. Meistens mit ihren 3 Bands Catch-Pop String-Strong (u. a. Austrian World Music Award 2011), Sormeh und Madame Baheux, aber auch in der Theaterszene tätig (STELLA Preis 2014 für Theater Musik). Lebt und arbeitet seit 2002 in Österreich. Im Rahmen des kültüř gemma! - Stipendiums arbeitet sie an einem weiteren ‚migrantischen Frauenprojekt‘, diesmal solo, indem sie nach neuen Möglichkeiten ihres musikalischen Ausdrucks sucht. Das Programm dreht sich zum Beispiel um das „Neue Wienerlied“, aber auch Instrumentals mit Wien-Bezug sollen hier Platz finden.

http://www.catchpopstringstrong.com

http://www.reverbnation.com/sormehmusic

http://www.reverbnation.com/madamebaheux/

http://www.jelenapoprzan.com

Srđan Knežević

Srdjan Knezevic *1980 Novi Sad / Serbien

Schriftsteller. Studium der Komparatistik an der Philosophischen Fakultät in Novi Sad; Studium der Slawistik an der Universität Wien, Abschluss 2013. Mehrere Veröffentlichungen von Erzählungen und Gedichten in Anthologien in Serbien und Österreich. Als Stipendiat von kültüř gemma! arbeitet er an dem Roman „Das weiße Zimmer“, dem Ergebnis der mehrjährigen Beschäftigung mit Themen der Intermedialität, Migration, Sexualität und Isolation. Der Autor verfolgt dabei konsequent seinen poetischen Stil.

Ivana Marjanović:

Ivana Marjanović *1979 Belgrad / Serbien

Marjanović ist Kunsthistorikerin, Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Kuratorin und Kulturproduzentin in den Bereichen zeitgenössische Kunst, Kultur und Theorie, zudem Mitbegründerin der Kontekst Galerie Belgrad, Mitglied im Kontekst Kollektiv und der AICA (Association Internationale des Critiques d’Art) Sektion Serbien. Lebt und arbeitet 2006 seit in Wien. Im Rahmen des kültüř gemma! -Stipendiums erarbeitet sie das Kollektivprojekt PFUSCH BAUSTELLE (mit: Anna Knapp, Vinko Nino Jaeger, Nataša Mackuljak, Barbi Marković, Zeynep Sarıkartal and Claudia Tomassetti).

http://pfuschbaustelleproject.wordpress.com/

http://www.eduardfreudmann.com/?p=112.