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kültür gemma

Programm zur Förderung migrantischer Kulturproduktion kültüř gemma! vergibt Stipendien und Fellowships

kültüř gemma! fördert seit 2013 die künstlerische Arbeit von Migrant_innen sowie einen kritischen Diskurs über das Verhältnis von Kultur und Migration. Neben vier einjährigen Arbeitsstipendien vergibt kültüř gemma! drei Fellowships an etablierten Wiener Kulturinstitutionen. kültüř gemma! setzt sich für die Selbstverständlichkeit migrantischer Positionen ein.

Wie aktuelle Untersuchungen zeigen, sind Migrant_innen auch im kulturellen Feld mit strukturellen und systematischen Benachteiligungen konfrontiert, die das Projekt ernst nimmt und gegen die es sich richtet. kültüř gemma! versucht, Möglichkeiten zum Einstieg und zur Etablierung zu schaffen und die Sichtbarkeit und Unabhängigkeit migrantischer Kulturarbeit zu erweitern.

Gegenüber den unter dem Motto von “Diversity” gerade auch in Kunst und Kultur praktizierten Politiken der Vereinnahmung und Verwertung von migrantischem “Kapital” bleibt das Vorhaben gleichzeitig kritisch.

kültüř gemma! bewegt sich bewusst in diesen Widersprüchen und möchte die machtvollen und nicht immer gerechten Verhältnisse im kulturellen Feld sichtbar und damit veränderbar machen.

STIPENDIEN

Vergeben werden vier Arbeitsstipendien für ein Jahr, die mit monatlich 1.000 Euro dotiert sind. In diesem Zeitraum soll einerseits das eingereichte Vorhaben umgesetzt werden und andererseits der Einstieg in und die Vernetzung im kulturellen Feld unterstützt werden. Die Stipendiat_innen werden bei der Umsetzung ihres Vorhabens begleitet.

Die Arbeiten, die im Rahmen des Stipendiums realisiert wurden, werden am Ende in einer gemeinsamen Ausstellung bzw. Veranstaltung gezeigt. Bisher fanden diese Präsentationen an verschiedenen Orten wie brut, pinacoteca, WUK, Schneiderei oder tanzquartier statt.

FELLOWSHIPS

Vergeben werden drei Fellowships an Wiener Kulturinstiutionen für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten. Das Fellowship (dotiert mit monatlich 1.400 Euro) soll eine qualifizierte Mitarbeit in einem ausgewählten Arbeitsbereich ermöglichen. Eine Auseinandersetzung mit der Institution aus migrantischer Perspektive ist darüber hinaus vorgesehen.

Bisherige Fellows waren an der Secession, dem Stadtkino, der Wiener Bücherei oder der brunnenpassage engagiert.

MIGRANTISCH

Die Ausschreibung richtet sich dezidiert an Migrant_innen, ohne Vorgaben zu den Herkunftsländern, Nationalitäten oder ähnliches. Eingeladen sind in Wien lebende Kulturschaffende, die sich selbst als migrantisch, Schwarz oder Person of Color definieren und dadurch auch im kulturellen Feld nicht mit den Privilegien der Mehrheit rechnen können.

kültüř gemma! versteht migrantisch als politischen Begriff und als Selbstbezeichnung für einen produktiven „oppositionellen Standort“ in einer Mehrheitsgesellschaft.

JURY

Die Jury versammelt immer Expert_innen aus dem kulturellen Feld, die in verschiedenen Sparten mit Erfolg tätig sind und sich für Fragen von Migration theoretisch wie praktisch interessieren, ohne darauf festgelegt zu sein.

Bisherige Jury-Mitglieder waren unter anderem Yasmina Haddad (Fotografin), Asli Kilal (Theatermacherin), Nina Kusturica (Filmemacherin), Maja Osojnik (Musikerin, Sängerin), Mara Mattuschka (Filmemacherin), Ascan Breuer (Filmemacher), Anne Wiederhold (Kulturmanagerin und Kuratorin), Ruth Sonderegger (Professorin Akademie der Bildenden Künste), Roberta Lima (Künstlerin) u.v.a.

Eine 6-köpfige Jury von Expertinnen und Experten aus dem kulturellen Feld wählte aus einer großen Zahl von Bewerbungen vier aus, die deutliche ästhetische und politische Positionen beziehen, lokale und globale Perspektiven verbinden sowie Kritik und Humor überzeugend zusammenbringen.

Ausgesucht wurden der Rapper Item 7, der ein Musical über seine Erfahrungen im Asylverfahren inszenieren wird; die Künstlerin Mariel Rodriguez, die anhand des Coca-Blattes Themen wie Kolonialismus, Narkopolitik und Biopiraterie in einer Ausstellung bearbeiten wird; die langjährige Aktivistin Grace Latigo, die als Stand-up Comedian einen frechen und grotesken Blick auf ihren Wiener Alltag werfen wird; sowie die Autorin Vina Yun, die eine Serie von Comics über die koreanische Community der Stadt verfassen wird.

Die ausführliche Begründung der Jury finden Sie hier.

Die Ausschreibung für die Fellowships an drei Wiener Kulturinstitutionen folgt in Kurze!

Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen!

Die Ausschreibung für die Arbeitsstipendien ist beendet. So eben wurden die vier neuen Stipendiat_innen ausgewählt.Wir bedanken uns sehr herzlich für die so große Anzahl an Bewerbungen, die jene der Vorjahre noch weit übertroffen hat. Wir sehen das als Bestätigung der Notwendigkeit der Förderung migrantischer Positionen im kulturellen Feld!

Mehr Informationen finden Sie hier.

Informationen zur Abschlusspräsentation der 3.Edition von kültüř gemma! finden Sie unter Exhibition in englischen Sprache!

Fellows 2015

Die Auswahl der Fellows von kültüř gemma! im 2015 war kein leichtes Unternehmen! Viele spannende Bewerbungen wurden eingereicht und dafür sind wir allen Bewerber_innen sehr dankbar!

Wie bereits der Öffentlichkeit angekündigt, im Jahr 2015 wurden folgende Fellows von kültüř gemma! ausgewählt: Carolina Agredo Villaqurán, Songül Sönmez und Verena Melgarejo Weinandt .

Diese Konzepte waren mit ihrer Klarheit, wie die kritische Beschäftigung mit der jeweiligen Kulturinstitution, mit ihrer Traditionen, Praktiken und Politiken in Zusammenhang mit Kunst- und Kulturproduktion von Migrant_innen in Wien realisiert wird, sehr überzeugend.

Wie in der ersten Edition des Fellowshipsprogramms vom Jahr 2014 sind wir auf die Formate, Themen und die damit provozierten Diskurse unserer Fellows sehr gespannt!

Hier erhalten sie Informationen zu den Gewinner_innen des Fellowships 2015 von kültüř gemma! und ihrer Konzepte.

Carolina Agredo Villaquirán

Carolina Agredo Villaquirán ist Künstlerin und Schriftstellerin. Sie bewegte sich zwischen Gomera / Kanarische Inseln, Barcelona und Wien innerhalb der letzten zehn Jahre. Lebt zurzeit in Wien, wo sie Ihr Studium in der Akademie der Bildende Künste absolvierte. Im akademischen Rahmen schrieb sie Texte für die Bücher "Intersections", "Are you talking to me?". Co-Autorin des Buches „Utopia of Alliances, Conditions of Impossibilities and the Vocabulary of Colonization. Conflictual History in Hegemonic Spaces". Autorin von Kurzgeschichten und Gedichte, in einem regionalen Poesie-Wettbewerb in ihrer Heimat Kolumbien verliehen. Mitglied der lateinamerikanischen Gruppe Trenza.  Als Kultur Forscherin, entwickelt sie und ist mit Projekten zur Migration, Bildungsreformen und Ahnenerbe, engagiert.

Als Fellow von kültüř gemma! Carolinas Projektvorschlag ist basiert auf der Herstellung von verschiedene Forschungswerkstätten im Zusammenhang mit der Österreichischen Gesetzen und Einwanderungspolitik. Die Workshops werden schriftlich und visuell dokumentiert. Ihr Konzept hat eine klare kritische Linie auf den informativen und Bildungsprogrammen des Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte in Wien und das Publikum, dass solche Programme erreichen. Das Institut gilt als größter Institution für Menschenrechte in Österreich und war der Organisator des Symposiums "Wien_Stadt der Menschenrechte", wo Wien als "Stadt der Menschenrechte", am Ende des Jahres 2014, behauptet würde. Die persönlichen Geschichten von etliche landläufige Bürger können aber nicht auf die Erklärung insofern bestätigen, solange die Beziehung: Institution-Mensch, vertikal bleibt!

Songül Sönmez

Im Jahre 1983 bin ich in Erzincan geboren. In Istanbul habe ich an der Bildenden Künste der Marmama Universität studiert. Während des Studiums lag der thematische Schwerpunkt meiner Arbeiten in der Konstitution von Identitäten; die Aberkennung dieser Identitäten, die durch den Staat abhanden gekommenen Menschen, sowie die Sammler der Straße . In Form von Bildern, Videos oder Instellationen versuchte ich diese und ähnliche politische Themen zu problematisieren. Nach meiner Ausbildung arbeitete ich etwa drei Jahre im kinematographischen Bereich in den verschiedensten Projekten teils als Assistentin teils als Artdirector. Seit 2011 bin ich Studentin der Akademie der Bildenden Künste im Atelier PCAP. Hier arbeite ich meist in Kollektiven und konzentriere mich auf Videos. 

Das Konzept von Nomadisierte Räume

Eine der Resultate der Urbanisierung ist die Bewegung von der Gesellschaft zu Gemeinde. Bei den meisten MigrantInnen aus der „dritten Welt" in die „erste Welt" ist diese Umkehrbewegung Richtung Gemeinde zu beobachten, und da dieser Umstand bei vielen MigrantInnen der Fall ist ist dieses Phänomen nicht zu unterschätzen. Aufgrund dieser Umkehrbewegung schaffen sich viele Diaspora ihre eigenen sozio-kulturellen Räume, und nomadisieren auch ihre Lebens-Räume. Das Projekt erzielt eine Spurensuche der Nomaden-Räume entlang der MigrantInnen, und möchte damit zugleich die politische und strategische Seite dieses Phänomens problematisieren. Die Ergebnisse dieser Spurensuche werden sowohl kinematographisch als auch perfomativ dargestellt werden.  Daneben werden zugleich KünstlerInnen mit „Migrationshintergrund", die quasi unsichtbar in der Gesellschaft bleiben, die Möglichkeit erhalten an einer kollektiven Ausstellung und verschiedenen künstlerischen Tätigkeiten an der Brunnenpassage teilzunehmen.

Verena Melgarejo Weinandt

Verena Melgarejo Weinandt studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und am Instituto Universitario Nacional de Bellas Artes in Buenos Aires. Sie hat soeben ihren Masterabschluss mit einer Arbeit über koloniale Konstextualisierung und dekoloniale Kritik weißer queerer Kunst fertig gestellt. Ihre künstlerische Praxis ist mit lateinamerikanischer, dekolonialer und feministischer Theorie verbunden, speziell mit den Arbeiten von Maria Lugones, Yuderkys Espinosa und Gloria Anzaldua. Sie arbeitet mit Fotografie, Video Performance, Collage oder Installation und hat zwei Alter Egos kreiert, "Pocahunter" und "Bolita Berlinesa". 2015 wurde sie für ein Fellowships von kültüř gemma! ausgewählt, bei dem sie ein Projekt an der Bücherei Wien realisieren wird, das seinen konzeptuellen Ausgangsspunkt bei Glória Anzaldua nimmt.

Fellows 2014

Die Jury hat aus der Auswahl an Bewerber_innen auch die drei Kandidat_innen für die Fellowships von kültüř gemma! vorgeschlagen. Für die Fellowships ausgewählt wurden Fellows, die beide sehr konkrete Projekte im Rahmen ihres kültüř gemma! -Fellowships realisieren werden. Im Prozess der Realisierung ihrer Vorhaben, unterstützt von kültüř gemma! werden beide Fellows sich eine weitere Qualifizierung im kulturellen Feld in vielen Arbeitsbereichen erwerben, mit Sicherheit ihre Positionierung verbessern und hoffentlich längerfristige Perspektiven schaffen. Sie werden sich beide zudem intensiv mit den gewählten Institutionen befassen, Fragen zum Thema Migration und Kunstfeld aus institutioneller Perspektive kritisch diskutieren und somit zu einer institutionellen Öffnung des Wiener Kulturlebens beitragen.

Sasa Barbul

Sasa Barbul *1981 Zabalj / Serbien

Schauspieler, Regisseur 2001: Drehbuch und Regie für das Theaterstück „Roma einst und heute“, Zabalj, Serbien. 2011: Darsteller in „72 Stunden Romapalast“ Garage X, Regie: Sebastian Fust, „Die Botschaft von Astoria“, Regie: Sandra Selimovic, „Die Irre von Chaio“, Regie: Manfred Mihaljke. 2013: Dok.film „Roma Boulevard“ im Rahmen der Austellung „To Ones Name“; Darsteller im Film „Bad Fuking“ von Herald Sicheritz. 2014: Darsteller in „Das ewige Leben“ von Wolfgang Murnberger und in der Serie „Vier Frauen und ein Todesfall“; Dok.film „ČURUšKO VAšARIšTE“ mit Philomena Grassl. Seit 2013: Mitglied der Internacional Romani Film Commission. Im Rahmen des Fellowship-Programms von kültüř gemma! organisiert Sasa Barbu in Zusammenarbeit mit dem Stadtkino das erste Roma Filmfestival in Wien.

Sasa Barbul hat für sein Fellowship ein sehr konkretes Projekt, möchte eine Filmreihe mit aktuellen Produktionen zum Themenfeld Roma realisieren. Idealerweise findet die Filmreihe zwischen Februar und Mai 2015, zur gleichen Zeit wie die thematisch passende Ausstellung im Wien Museum, im Stadtkino statt.

Erin Clifford

Erin Clifford

Erinmwionghae A. Clifford *1980 Benin Stadt / Nigeria Fotograf und Aktivist. Lebt seit 2004 in Wien und ist hauptsächlich engagiert in kultureller Promotion und politischer Intervention rundum die Verbesserung der Rechte und Lebensumstände von AsylwerberInnen. Er schrieb mit an dem Buch „Bleibeführer_In Wien“ und arbeitete an weiteren Artikeln, Diskussionen und Interviews zu diesem Thema. Als Fellow von kültüř gemma! zielt sein Projekt darauf ab, eine Anti-Charity-Werbung anzuregen, da Werbung auf bewußter wie unbewußter Ebene manipuliert; sie verläuft zu 180° Grad entgegengesetzt dem, was Gesellschaft ausmacht. Das Projekt besteht aus geschriebenen und gesprochenen Worten, Bildern, politisch motivierter kultureller Musik und Aktivismus. Es schlägt eine sanfte Verbesserung vor, wie der Mantel des Hasses aus dem Kunstsektor heruntergerissen werden kann.

http://bleibefuehrerinwien.blogspot.co.at/p/about.html

http://kellerabteil.soup.io/post/290589100/Asylwerber-am-Wort-Wie-es-uns-so

https://www.youtube.com/watch?v=r3ok_C3aKT8

Im Rahmen seines Fellowships bei kültüř gemma! möchte sich Erin Clifford mit dem nicht unkomplizierten Verhältnis von Flucht, Asyl und Kunstfeld beschäftigen, besonders auch aus einer Schwarzen Perspektive. In Zusammenarbeit mit Marissa Lôbo, Leiterin von kültür gemma und selber seit Jahren als Künstlerin, Aktivistin und Theoretikerin in dem Themenfeld aktiv, wird eine Auseinandersetzung in Form von Diskussionen, Workshops und auch darstellenden bzw. bildnerischen Formaten entstehen.Darüber hinaus sollte ein Kunstvermittlungsprogramm aus Schwarzer und Refugees Perspektive für museale und Ausstellungsräume entstehen.

Wir freuen uns, engagierte Vertreter_innen aus verschiedenen Bereichen des kulturellen Feldes dabei zu haben.Hier die Jury für die 5. Ausgabe von kültüř gemma! 2016:

Gabriele Bargehr

Gabriela Bagehr

„To work for change, we need to know where we stand" (bell hooks)

Geboren 1964 ist Gabriele Bargehr seit 2001 Geschäftsführerin und (Mit-) Begründerin des Instituts Im Kontext in Wien (http://www.imkontext.at), einem Institut für Organisationsentwicklungsberatung, Gesellschaftsforschung, Supervision und Coaching. Ihre Arbeits- und Beratungsschwerpunkte sind: Organisationsentwicklungsberatung im Kontext von gleichstellungsorientierten und antidiskriminatorischen Konzepten; Kooperatives Management; Team- und Projektentwicklung; Konfliktlösungs- und Verhandlungsstrategien; Kritisches Diversity und Sozial Justice; Moderationen, Klausurbegleitungen, Supervision und Coaching.

Diskurse und multiperspektivische Reflexionsebenen, die ihr beruflich als auch privat wichtig sind umfassen: Intersektionale Analysen in hegemonialen Ordnungsstrukturen; Postkoloniale Theorien, Disability Studies und Queer Theorien; Politische Bildung im Kontext von Selbstorganisation, Aktivismus und Repräsentation; Sprache, Macht und Begriffskarrieren; Grenzregime und demokratiepolitische Forderungen; Critical Whiteness und Wissensproduktionen.

Gabrielle Cram

Gabrielle Cram

Gabrielle Cram, Kulturarbeiterin in Wien, wobei das Bespielen transdisziplinärer Felder und Praxen der Übersetzung—zwischen Genres, Räumen, Sprachen, Orten—eine wichtige Rolle einnehmen. Ihre Tätigkeit ist von der Anwendung verschiedener Formen von Mediation geprägt sowie dem Schaffen von Verhandlungsräumen und Kontaktzonen für noch offene Prozesse. Derzeit arbeitet sie als Dramaturgin am Tanzquartier Wien, zuvor freiberuflich als Übersetzerin und Künstlerin sowie als Kuratorin u.a. für Performance und performative Ausdrücke am donaufestival in Krems. Forschungstätigkeit im Bereich des Unlearning im Zusammenhang de-kolonialer Praxen, Narrative Hacking und Transkulturalität. Studium der Romanistik, Kunstgeschichte, Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien, als auch Konzeptkunst und Kulturwissenschaften an der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Hirut Kiesel

Hirut Kiesel ist Journalistin, Moderatorin sowie Mitbegründerin und Vereins-Präsidentin der gemeinnützigen medialen Organisation World Media Insights (wmi), die 2003 in Wien gegründet wurde. Sie ist Redakteurin und Moderatorin der globalen Sendeformate "Radio BiG“ und Discover TV, die seit 2000 in Wien und weltweit gehört und gesehen werden. Hier [LINK http://www.malmoe.org/artikel/widersprechen/1225] ein Artikel zur medialen Arbeit von Hirut Kiesel sowie ein Interview [LINK http://cba.fro.at/17494] zu den beiden Sendungen. Ihre aktuelle Sendereihe Discover TV stellen die beiden Moderator_innen Hirut Kiesel und Karim Duarte im Gespräch mit Africanet.info vor. (LINK http://www.afrikanet.info/archiv1/index.php? option=com_content&task=view&id=474&Itemid=2]

Ivana Pilić

Ivana Pilić

Ivana Pilić ist künstlerische Leiterin der Brunnenpassage. Neben kuratorischen Tätigkeiten liegt ihr inhaltlicher Schwerpunkt im Kunstbereich sowohl in der Erarbeitung und Anwendung von Partizipationskonzepten als auch in der Vermittlungsarbeit. Interessiert sich für die Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Kunst und politisch-partizipativer Kulturarbeit. Ivana Pilic ist seit 2016 vom BKA als Entsandte für Österreich, als Expertin in der Arbeitsgruppe der EU-Kommission Intercultural dialogue, in the context of the migratory and refugee crisis nominiert.

Patrick Bongola aka Topoke

Patrick Bongola aka Topoke

Als Allround-Künstler und Menschenrechtsaktivist ist Patrick Bongola kein Unbekannter für einige und total unbedeutend für andere. Wichtig ist zu wissen, dass er daran glaubt, dass jede/r von uns die Kraft hat, aus dieser unserer Welt etwas besseres zu machen. Er arbeitete schon an diverse (Solo-)Projekte mit Musiker-KollegInnen wie Kid Pex, Ageh Wirklich, Beat 4 Feet, Birgit Denk, Stereotyp, Prince Zeka, Alegre Corea, Celia Mara, um nur einige zu nennen. Durch Zufall rutschte er 2005 in die Schauspielerei. Seitdem entdeckte er das Malen und Skulptieren für sich und unternimmt nur noch sporadisch Unternehmungen im Ursprungsfach der Musik – aber das recht erfolgreich, wie der 1. Platz beim Einstieg in der Radiosendung Brand New vom September 2015 und eine Chartplatzierung auf FM4 mit dem Track "Ich Bin Ein Mensch" beweist.

Stephanie Misa

Stephanie Misa, 1979 ist in Cebu City, Philippinen geboren, lebt und arbeitet zurzeit in Wien, Österreich, wo sie 2012 an der Akademie der Bildenden Künste diplomierte. Identitätsfragen spielen in den Installationen der Künstlerin eine zentrale Rolle und reichen dabei oftmals über die Auseinandersetzung mit Misas eigenem kulturellen Hintergrund hinaus. Ethnografische Methoden kombiniert mit künstlerischer Recherche ermöglichen den Arbeiten der Künstlerin hisorische Autentizität, Hybridität, Verkörperung und sie beschäftigen sich vorwiegend mit Erfahrungen von ImmigrantInnen. Sie erhielt das kültüř gemma! Stipendium 2015.

www.stephaniemisa.com

Yasmo

Yasmo

Yasmo a.k.a. Yasmin Hafedh ist Rapperin, Autorin, Spoken Word Künstlerin und Poetry Slammerin. Sie steht seit 2007 auf den Bühnen dieser Welt, hat Workshops an europäischen Hochschulen und Institutionen geleitet und neben zahlreichen Veröffentlichungen in Literaturanthologien und Zeitschriften bisher zwei Studioalben veröffentlicht (keep it realistisch, 2001, Kein Platz für Zweifel, 2013). Weitere Veröffentlichungen sind auf FM4 Soundselections zu finden, 2014 war sie für den FM4 Amadeus Award nominiert, seit 2015 arbeitet sie mit der Klangkantine, eine achtköpfige Hiphop-Liveband. 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Catrin Seefranz

Tel.: 01 208 33 82

Mobil: 0699 11 66 7000

presse@kueltuergemma.at

www. kueltuergemma.at

Hier finden Sie die aktuelle Presseausendung zu den neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten von kültüř gemma!

Kontakt

kültür gemma!
Stadtkulturförderung

Blechturmgasse 12/11a
A-1040 Wien
Österreich

0043 1 208 33 82
00 43 650 5550250
office@kueltuergemma.at
www.kueltuergemma.at

Impressum

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz:

Medieninhaber
oca collaborative research
Institut für künstlerische, migrantische und wissenschaftliche Forschung (ZVR 556030873)

Blechturmgasse 12/11a
A-1040 Wien
Österreich

Grundlegende Richtung
Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt die Förderung von transdisziplinärer und translokaler Forschung an der Schnittstelle von Kunst, Migration und Wissenschaft. Der Verein beabsichtigt durch seine Fragestellungen, Methoden und Vorhaben Alternativen zu entwerfen zu jenen disziplinären Trennungen und Verwerfungen, die zu einer notorischen Delegitimierung migrantischer oder auch nicht-akademischer Positionen und Praktiken führen.

Haftungsausschluss und Copyright
(außer im Beitrag anders gekennzeichnet)

Disclaimer
Some rights reserved

Gefördert aus Mitteln der Stadt Wien

Die Stipendiat_innen der 4.Edition von kültüř gemma! sind:

Cana Bilir-Meier

Cana Bilir-Meier

Copy Right: Cana Bilir-Meier

Cana Bilir-Meier, *1986 München, lebt seit 2009 in Wien. Abgeschlossenes Studium der Kunstpädagogik und derzeit inskribiert in den Klassen für Video/Videoinstallation und Kunst/Digitale Medien, an der Akademie der bildenden Künste, Wien.

2013 realisierte sie den Kurzfilm ‚Semra Ertan’, der International auf Festivals gezeigt wurde, u.a. Kurzfilmtage Oberhausen, L’Alternativa Barcelona und Kassel DokFest. Ihre künstlerischen und politischen Auseinandersetzungen fokussieren das Spannungsfeld kritischer Repräsentationen von Migration, Biographie_n, Archive und Politiken der Erinnerung_en. In ihren filmischen, künstlerischen und textbasierten Arbeiten setzt sie bewusst Strategien des Fragmentarischen und Unvollständigen ein, um Konstruktion_en von Biographie_n und Geschichte_n offenzulegen.

Das Konzept

Das persönliche Erinnerungsarchiv von Gani Bilir wird zum Ausgangspunkt meiner Recherche und künstlerischen Arbeit des Stipendienjahrs. Gani Bilir, geboren 1920 in Mersin/Tükei, emigrierte in den 1960er Jahren nach Deutschland im Zuge der sog. „Gastarbeiter_innenära“. Ich dekonstruiere festgeschriebene Sehgewohnheiten in Bezug auf Repräsentation von Migration und Archiv mittels einer assoziativen, performativen und poetischen Herangehensweise. Der Rechercheprozess ist Inhalt meiner darstellenden Form.

Wie kann eine Auseinandersetzung mit dem noch nie veröffentlichten Archiv von Gani Bilir auf einer künstlerischen und politischen Ebene stattfinden? Welche Machtproblematiken beinhalten Archive? Wie können visuelle Formate neu geschrieben werden, um nicht in eine illustrative Realitätswiedergabe zu verfallen? Ich möchte eine künstlerische Auseinandersetzung entwickeln welche den Rechercheprozess fragmentarisch und diskursiv widerspiegeln kann. Dabei bin ich auf der Suche nach assoziativen, performativen und poetischen Ausdrucksformen, um Sehgewohnheiten und Bildpraxen in Frage zu stellen.

Marcelo Chaparro

Marcelo Chaparro

Copy Right: Marcelo Chaparro

Marcelo Chaparro, geb. 1968 in Diamante/Argentinien. Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur. Lebt seit 2010 in Wien.

Von 1990 bis 1995 absolvierte er in Buenos Aires eine Schauspielausbildung und Dramaturgiekurse. Von 1996 bis 2010 war er als Schauspieler in argentinischen und internationalen Fernseh-, Film- und Theaterproduktionen (z.B.: mit den Regisseuren Marco Bechis, Hector Babenco, Tristán Bauer, Emanuelle Crialese und Ricardo Bartis) tätig sowie als Regisseur bei unabhängigen Theaterprojekten in Buenos Aires. 2004 drehte er seinen Kurzfilm “Muñeco”, der an Filmfestivals in Argentinien, Peru, Kanada, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz teilnahm. Außerdem arbeitete er als Professor für Schauspiel an verschiedenen Filmschulen in Buenos Aires.

Seit 2010 wirkte er als Co-Drehbuchautor bei argentinischen und europäischen Filmprojekten mit. Im Jahr 2013 gründete er “Puro teatro – Viena” ein Projekt für interkulturelles Schauspieltraining und Theater.

Das Konzept

Im Rahmen des Stipendiums von „kültür gemma“ wird er ein Theaterstück über die Konflikte und Spannungen bei der Integration und Inklusion von Migranten im Arbeitsmarkt schreiben.

Syed Muhammed Mustafa

Syed Muhammed Mustafa

Copy Right: Syed Muhammed Mustafa

Mein Name ist Syed Muhammed Mustafa. Ich bin 1992 im Bezirk Kurram in Pakistan geboren. Meinen Schulabschluss machte ich mit 16 Jahren an der Alizai Schule in Parachinar. Im Anschluss daran eröffnete ich ein Fotostudio, das 2008 von den Taliban bei einem Angriff komplett zerstört wurde.

Das Dorf, in dem ich mein ganzes Leben verbracht hatte, wurde hauptsächlich von Familienmitgliedern der schiitischen Minderheit bewohnt. 2011 flüchtete ich von den täglichen Kämpfen und dem Terror in der zerstörten Region zwischen Pakistan und Afghanistan und kam schließlich nach Österreich. Nach der Ablehnung des Asylantrages in erster Instanz, schloss ich mich dem Refugee Protest Movement Vienna an und begann diesen mit meiner Foto- und Filmkamera zu dokumentieren. Mittlerweise hatte ich zwei Ausstellungen in Wien: 2013 eine Fotoausstellung im Museumsquartier im Rahmen der Wiener Festwochen und 2014 eine Ausstellung in der Aula der Akademie der Bildenden Künste Wien. Ich arbeite auch an einem Dokumentarfilm über den Refugee Protest als Protagonist und Fotograf mit.

Yusimi Moya Rodriguez

Yusimi Moya Rodriguez

Copy Right: Yusimi Moya Rodriguez

Yusimi Moya Rodriguez (*1987) studierte zeitgenössischen Tanz auf der Kunsthochschule (Escuela Nacional de Artes) in Havanna, Kuba. Nach dem Diplom als „Bailarina y Profesora de Danza Moderna y Folklorica“ arbeitete sie im Conjunto Folklorico Nacional de Cuba, dem berühmten staatlichen Folkloreballett, das sich seit der Revolution speziell dem afrokubanischen Erbe der Insel widmet. Später wurde sie Solotänzerin der Tanzkompanie Ebony, wo eine Mischung aus Ballett, Modern Dance und afrokaribischen Tänzen die Grundlage für den typisch kubanischen zeitgenössischen Ausdruck bildeten. Sie arbeitete mit Choreographen wie Osnel Delgado (Mal Paso), Alberto Mendez (Ballet Nacional) oder Isidro Rolando Thondike (Danza Contemporanea).

Das Konzept

Während ihres Stipendiums von kültüř gemma! wird Yusimi Moya Rodriguez ein zeitgenössisches Tanzstück mit dem Titel „Reset“ entwickeln, das im Frühjahr 2016 seine Premiere in Wien haben wird. Sie erforscht die Herkunft des kubanischen zeitgenössischen Tanzvokabulars, das Elemente aus unterschiedlichen Kulturen und Traditionen enthält, und politisch instrumentalisiert wurde. Sie stellt es in Zusammenarbeit mit TänzerInnen aus Wien der europäischen Erfahrung gegenüber. Wissen, das in der Bewegung des Tanzkörpers steckt, wird auf der Bühne extrahiert und neu geordnet. Es wird anschaulich, wie durch die Migration von Ideen und Kulturen das eigene Erleben und die eigene Identität definiert wird.

http://www.cubancontemporary.com

  • Galia Baeva

    Galia Baeva

    Projektleitung

    Galia Baeva studierte Kunstgeschichte, Kunstwissenschaften und Philosophie in Sofia, Wien, Florenz und anschließend in Linz. Seit 2006 ist sie als Projektleiterin in diversen Kulturprojekten und Initiativen tätig. Aktuell arbeitet sie als Projektleiterin an der Schnittstelle Kulturproduktion und politische Bildung in Verein maiz.

  • Marissa Lôbo

    Marissa Lôbo

    Projektleitung

    Marissa Lôbo, 1975 in Brasilien geboren, und studierte Geschichte in Bahia. Sie lebt seit elf Jahren in Europa. Nach Stationen in Italien und Portugal ist Marissa Lôbo seit sechs Jahren in Österreich. Sie ist Koordinatorin der Kulturabteilung des Vereins Maiz, einer Selbstorganisation von Migrant_innen, wo sie Projekte zwischen kultureller und politischer Bildung realisiert. Die Preisträgerin des Willemer Preises ist Aktivistin, die sich in der Schwarzen- und MigrantInnen-Bewegung engagiert und versucht programmatisch Politik, Bildung und Kunst zu verbinden. In diesem Zusammenhang entstanden verschiedene, oft performative Arbeiten. Seit 2008 studiert sie an der Akademie der bildenden Künste in Wien in der Klasse postkonzeptuelle Kunst.

  • Catrin Seefranz

    Catrin Seefranz

    Projektleitung

    Catrin Seefranz, lebt und arbeitet in Wien und mitunter Zürich. Sie ist Kulturwissenschaftlerin und Lateinamerikanistin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule der Künste, arbeitet an verschiedenen Projekten zwischen brasilianischem Modernismus und zeitgenössischem Kunstfeld. Die Projekte verbindet ein Interesse für gegenhegemoniale Praktiken im Kunstfeld, sowie eine kritische, historische und de-koloniale Perspektive auf aktuelle Paradigmen und Praxen wie künstlerische Forschung oder Vermittlung. Viele Jahre lang im Feld von Kunst und Kultur tätig, unter anderem als Leiterin der Kommunikation des Vienna International Film Festival Viennale oder der documenta 12.

  • Tchoubrinka Jekova

    Tchoubrinka Jekova

    Finanzkoordination

    Tchoubrinka Jekova, 1975 in Sofia, Bulgarien geboren, lebt und arbeitet in Wien. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien ist sie im Bereich Finanz, Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung tätig. Sie war Assistentin für Wirtschaftsprüfung bei der Examina Revisions-,Treuhand- und Beratungsges.m.b.H. und 2007-2009 Projektmitarbeiterin am Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht der WU Wien, dort auch für Buchhaltung und Finanzen zuständig. Seit 2001 ist sie Geschäftsführerin der Travel Express Reisebüro GmbH.

Gefördert aus den Mitteln der Stadt Wien, Kulturabteilung (MA 7)
www.wien.gv.at/kultur/abteilung/


Wien Kultur

Die Erste Edition von kültüř gemma!

Das Stadtförderungsprogramm kültüř gemma! wurde Ende 2012 ins Leben gerufen. Die Stipendiat_innen der 1.Edition wurden im April 2013 von folgender Jury gewählt: die Redakteurin von Augustin Lisa BOLYOS, die Fotografin und Künstlerin Yasmina HADDAD, der Künstler und Kunstvermittler Ivan JURICA, die Theatermacherin Aslı KIŞLAL, die Regisseurin Nina KUSTURICA und die Musikerin Maja OSOJNIK. Von denen ausgewählten Stipendiat_innen - der Video- und Filmkünstler Chui Yong Jian, die Schriftstellerin Seda Tunc, die Filmmacherin Selma Doborac´ und die Fotografin Asoo Khanmohammadi wurden von Mai 2013 bis Mai 2014 gefördert. Ihre Endpräsentation fand im Mai 2014 statt.

Die 3. Ausschreibung von kültüř gemma! fand viel Resonanz, zumal auch, basierend auf den Erfahrungen der ersten beiden Ausschreibungen, die grösstmögliche Offenheit und "Barrierefreiheit" angestrebt wurde. Keine versteckten Hürden sollten der Einreichung überzeugender Konzepte entgegenstehen. Davon war auch die Jury der 3. Ausgabe überzeugt, die sich wieder sehr intensiv und sehr ernsthaft mit der Ausschreibung und dann Auswahl auseinandergesetzt hat. In der Jury für die 3. Auswahl an Stipendiat_innen waren Vina Yun (Journalistin für migrazine.at, malmoe, an.schläge), Tania Araujo (Mitbegründerin von Verein maiz (www.maiz.at), Murat Ates (Philosoph), Anne Wiederhold (Künstlerische Leitung Brunnenpassage), Mara Mattuschka (Filmemacherin und Künstlerin), Roberta Lima (Künstlerin und Lehrende an der Akademie der Bildendende Künste Wien) sowie Jennifer Ndji Iroh (Vertreterin von kültüř gemma!). In mehreren Runden und nach einer persönlichen Vorstellungsrunde mit den Finalist_innen wurden schließlich die 4 aktuellen Stipendiat_innen ausgewählt, eigentlich 6, weil 2 davon im Duo arbeiten:

Das Duo Amoako Boafo & Sunanda Mesquita

Amoako Boafo

Copy Right: Amoako Boafo

Amoako Boafo wurde 1984 in Accra, Ghana geboren und lebt seit 2013 in Wien. Derzeit studiert er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Er hat an zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen, u. a. im Dubois Center, British Council, Novotel, dem National Museum in Accra, der Fortuna Galerie und im “das Moped” in Wien, teilgenommen. Durch die Verbindung von Malerei und Collage Techniken, lässt Boafo Elemente seines Alltags in seine Arbeiten einfliessen, die inspiriert werden durch ineinander verwobenen soziale und politische Elemente von Accra und seines neuen Zuhauses - Wien.Zur Zeit arbeitet er an einer Porträtserie die einen Einblick in persönliche Erfahrungen und Anstrengungen ermöglicht, die aus der Konfrontation mit der europäischen Bürokratie erwachsen. Gleichzeitig jedoch wird zur selben Zeit der Widerstand gegen rassistische Strukturen sichtbar.

Sunanda Mesquita wurde 1985 in Wien, Österreich geboren. Sie studiert derzeit am Künstlerischen Lehramt der Akademie der Bildenden Künste Wien. Inspiriert durch DuBois´s Konzept der „Double- Consciousness“ beschäftigt sie sich mit, Themen wie Staatsbuergerschaft, Zugehörigkeit und Heimat. Als Teil ihrer künstlerischen Praxis organisiert sie Workshops in Kindergärten, Schulen und Universitäten mit Fokus auf kritische Auseinandersetzungen mit epistemischer Gewalt in Wissensproduktionen und Geschichtsvermittlung. Zudem kuratiert sie Ausstellungen und Workshops mit zeitgenössischen Künstler*innen in Wien, London und Accra.

Beide sehen Kollektivität als wichtigen Teil ihres künstlerischen Schaffens.

Njideka

Njideka S. Iroh

Credits: Robert Nikon

Poetin, Künstlerin und Aktivistin.

Mit Poetry und Spoken Word stellt Njideka ihre mehrsprachigen Gedichte in einer Verflechtung aus Rhythmik und Reim dar und bewegt sich darüber hinaus in den Bereichen Rap und Gesang.

Wichtig ist für die Künstlerin der Aspekt des „Storytelling“ und die damit verbundene Zugänglichkeit von Wissen. Für sie bedeutet dies das Teilen von Geschichte/n in mehreren Sprachen, in einem Biegen und Wenden von Sprache, in einem Austausch und Dialog oder Monolog und in einer Vermittlung, die oftmals das geschriebene Wort als Ausgangspunkt hat, aber nach anderen Wegen des Mitteilens sucht.

Seit 2010 arbeitet sie mit Künstler*innen, Aktivist*innen und Autor*innen aus verschiedenen Bereichen und Ländern zusammen und veranstaltet Poetry- und Musikevents in Wien.

Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Jugendarbeit und Bildung mit Fokus auf Sprache, Machtverhältnisse, Dekolonisierung und Empowerment. Ihre politische Arbeit ist Teil von PAMOJA - Die Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich, sowie in der Zusammenarbeit mit anderen Schwarzen und migrantischen Selbstorganisationen.

Stephanie Misa

Stephanie Misa

Copy Right: Stephanie Misa

* 1979 Cebu City / Philippinen Lebt und arbeitet in Wien, wo sie 2012 an der Akademie der Bildenden Künste diplomierte. Identitätsfragen sind zentral in den Installationen der Künstlerin und gehen hinaus über die Auseinandersetzung mit dem pernönlichen kulturellen Hintergrund. Ethnografische Methoden kombiniert mit künstlerischer Recherche ermöglichen den Arbeiten der Künstlerin historische Authentizität, Hybridität, Verkörperung und die Auseinandersetzung mit Erfahrungen von ImmigrantInnen zu untersuchen.

Im Rahmen von kültüř gemma! arbeitet sie an dem Projekt The Unwritten Word. Der Fokus liegt auf einer Auseinandersetzung mit der “bastard tongue”, einer Art des Sprechens, die als “gebrochene Form” einer Referenzsprache gilt, welche auch Pidgin, Creole oder dialektale Variante genannt wird.

Diese Art des Sprechens trifft vorwiegend auf geringe Wertschätzung, wird sie doch oftmals als eine Markierung der “Unassimilierten”, der Anderen und der Nicht-Eingebürgerten gesehen anstelle einer Hinterfragung der Konstruktion der Sprache selbst.

Es ist diese Form der “gemischten” Sprache, die auf die Diversität ihrer Sprechenden hinweist, die eine Form des Sprachgebrauchs geschaffen haben, die die zeitgemäßen Anliegen ihrer Benutzenden beiinhaltet. Ihre gesprochene Form hat diesem “Zwischenstadium der Zugehörigkeit” sowohl Repräsentation, als auch Stimme verliehen (zwischen dem Sein als ImmigrantIn, dem als StaatsangehörigeR und anderen Stadien der Integration). Die Dringlichkeit dieser Sprachform liegt in ihrer Performativität, ihrem Gebrauch und vor allem in ihrer Fähigkeit sich mit der Generation ihrer Sprechenden zu entwickeln.

http://www.stephaniemisa.com

Das Duo Xhejlane Rexhepi & Dafina Sylejmani

Xhejlane Rexhepi Dafina Sylejmani

Fotos: Anna Paula Franco

Xhejlane Rexhepi lebt seit 2009 in Österreich. Seit 2011 ist sie Mitarbeiterin im Verein maiz und seit 2012 Studierende an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Sie koordiniert verschiedene Kunst- und Performance-Projekte; unter anderem beteiligte sie sich am Refugee Camp Protest Wien 2012, am Fest des Lachens 2013, dem Rebelodrom 2013, der QueerPerformace an der Akademie mit Natasha Mackuljak und begleitete die Teilnehemer_ innen von Mezzanin beim Verein maiz 2014. Dafina Sylejmani lebt seit 2003 in Österreich. 2009 bis 2011 absolvierte sie eine Lehre zur Einrichtungsberaterin. Seit 2010 macht sie Hip Hop, Rap und DJ/LJ-ing. 2013 lernte sie Videobearbeitungs- und Schnitttechnik bei der VSG-Produktionsschule Linz. Sie besuchte den Lehrgang Mezzanin bei maiz inklusive der Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung an der Akademie der Bildenden Künste Wien, wo sie erfolgreich aufgenommen wurde. Gemeinsam arbeitete das Duo an Projekten wie dem Mädchenprojekt- Club Europa 2012, der Performance Feminismus & Krawall 2013/14, der Dorf TV- Sendung „Genderpolitik auf Sendung“ und dem Mezza-versum Symposium 2014.

Aus der zweiten Ausgabe von kültüř gemma! wurden folgende Stipendiat_innen gewählt:

Yassine Zaaitar

*1984 Safi/Marokko

Fußballspieler, kleiner marokkanisch-arabischer Künstler und werdender Bürger dieses Landes. Er arbeitet derzeit an einem Filmprojekt mit dem Titel „Das große Gefängnis".

Mitarbeit bei Fight Rap Camp (Texterarbeitung und Rap für den Song "Schmelzende Zellen") für den FM4 Songcontest 2014.

http://vimeo.com/86769942

http://transversal.at/transversal/1014

Jelena Popržan:

* 1981 Novi Sad / Serbien

Bratschistin, Sängerin, Performerin, Komponistin. Master of Arts Abschluss 2011 an der Kunstuniversität Graz/Oberschützen. Seit 2009 österreichweit und international mit eigenen Projekten als Bühnenkünstlerin aktiv. Meistens mit ihren 3 Bands Catch-Pop String-Strong (u. a. Austrian World Music Award 2011), Sormeh und Madame Baheux, aber auch in der Theaterszene tätig (STELLA Preis 2014 für Theater Musik). Lebt und arbeitet seit 2002 in Österreich. Im Rahmen des kültüř gemma! - Stipendiums arbeitet sie an einem weiteren ‚migrantischen Frauenprojekt‘, diesmal solo, indem sie nach neuen Möglichkeiten ihres musikalischen Ausdrucks sucht. Das Programm dreht sich zum Beispiel um das „Neue Wienerlied“, aber auch Instrumentals mit Wien-Bezug sollen hier Platz finden.

http://www.catchpopstringstrong.com

http://www.reverbnation.com/sormehmusic

http://www.reverbnation.com/madamebaheux/

http://www.jelenapoprzan.com

Srđan Knežević

Srdjan Knezevic *1980 Novi Sad / Serbien

Schriftsteller. Studium der Komparatistik an der Philosophischen Fakultät in Novi Sad; Studium der Slawistik an der Universität Wien, Abschluss 2013. Mehrere Veröffentlichungen von Erzählungen und Gedichten in Anthologien in Serbien und Österreich. Als Stipendiat von kültüř gemma! arbeitet er an dem Roman „Das weiße Zimmer“, dem Ergebnis der mehrjährigen Beschäftigung mit Themen der Intermedialität, Migration, Sexualität und Isolation. Der Autor verfolgt dabei konsequent seinen poetischen Stil.

Ivana Marjanović:

Ivana Marjanović *1979 Belgrad / Serbien

Marjanović ist Kunsthistorikerin, Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Kuratorin und Kulturproduzentin in den Bereichen zeitgenössische Kunst, Kultur und Theorie, zudem Mitbegründerin der Kontekst Galerie Belgrad, Mitglied im Kontekst Kollektiv und der AICA (Association Internationale des Critiques d’Art) Sektion Serbien. Lebt und arbeitet 2006 seit in Wien. Im Rahmen des kültüř gemma! -Stipendiums erarbeitet sie das Kollektivprojekt PFUSCH BAUSTELLE (mit: Anna Knapp, Vinko Nino Jaeger, Nataša Mackuljak, Barbi Marković, Zeynep Sarıkartal and Claudia Tomassetti).

http://pfuschbaustelleproject.wordpress.com/

http://www.eduardfreudmann.com/?p=112.